In die Lücke geschneidert: Strahlanlage für Autobauer bringt Leistung, Prozesssicherheit und Automatisierung auf kleinstem Raum

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Wheelabrator in Metelen, Deutschland, hat für einen deutschen Autobauer eine Durchlaufhängebahnstrahlanlage (DHB) für das Entgratstrahlen verschiedener Getriebeteile geliefert. Die Anlage musste dabei speziell in eine vergleichsweise enge – und niedrige – Lücke am Standort eingepasst werden. Insbesondere die Strahlmittellogistik und der Werkstücktransport der leistungsstarken Anlage stellten das Team dabei vor Herausforderungen.

Im selben Werk sind schon zwei ältere Anlagen des gleichen Typs in Betrieb. Mit der neuen Maschine sollte aber die Kapazität erhöht, sowie Werkstücklogistik und Handling weitestgehend automatisiert werden. Die Strahlanlage sollte zudem fundamentlos auf einer 8m x 5m kleinen Stellfläche und einer Maximalhöhe von 4,4 m installiert werden.

Um die gewünschte Taktzeit von 43 Sekunden zu erreichen, musste die Leistung der Anlage verdreifacht werden. Die Werkstücke passieren dazu drei Strahlstationen in separaten Kammern mit jeweils zwei 22kW-Strahlturbinen.

Reinhard Nadicksbernd, verantwortlich für Projektierung und Verkauf bei Wheelabrator in Metelen, kommentiert: „Die Anlage arbeitet im 3-Schicht-Betrieb, weshalb Verlässlichkeit und Wartungsfreundlichkeit bei der Konzeption unglaublich wichtig waren. Ebenfalls unabdingbar war das nahtlose Einfügen in den Werkstückfluss in der Produktion. All dies musste unsere Lösung unter erschwerten Bedingungen erreichen: Der zur Verfügung stehende Stellplatz war eng und wurde zudem von unverrückbaren, wichtigen Versorgungsleitungen durchlaufen. Alle diese Anforderungen auf engstem Raum unterzubringen war eine knifflige Aufgabe.“

Dicht, leise, wartungsarm

Die Anlage ist auf eine drastische Reduzierung von Neben- und Wartungszeiten ausgelegt. Dazu ist sie z.B. komplett eingehaust und sorgfältig gegen Strahlmittelaustritt abgedichtet. Schleusen, Türen, Bürsten, Gummivorhänge und eine integrierte Abblasstation sorgen dafür, dass jedes Strahlmittelkorn aufgefangen und in den Kreislauf zurückgeführt wird.

Hinzu kommt die Auskleidung der Strahlkammer in Manganstahl (auf voller Länge) und die zusätzliche Verschleißauskleidung im Inneren aus MO55E-Platten, die den Wartungsaufwand zusätzlich verringern.

Die 6 Schleuderräder vom Typ ROTO-JET 15.3 verfügen über automatische Leithülsenverstellung zur drehzahl- und verschleißabhängigen Korrektur der Strahlbildlage, was die Prozesssicherheit gewährleistet.

Schalldämmende Maßnahmen und Vibrationskontrolle sorgen für ein vergleichsweise leises Arbeitsumfeld rund um die Maschine.

Automatische Werkstückzuführung

Ein komplexes Versorgungssystem wurde zusammen mit der Anlage konzipiert. Der Bediener führt dem System Bodenroller, auf die die Werkstücke in Härterosten aufgestapelt sind, zu. 

Das System puffert und vereinzelt diese über ein Greifersystem und nimmt das Be- und Entladen der Anlage automatisch vor. Dabei werden Härteroste verschiedener Höhenabmessungen vom gleichen Greifersystem aufgenommen.

Nach dem Strahlprozess werden die Härteroste in der richtigen Reihenfolge wieder an den Bodenroller zurückgegeben. Eine Vorrichtung zur manuellen Notbe- und -entladung der Anlage ist zusätzlich vorgesehen.

Die in die Lücke geschneiderte Strahlanlage wurde Ende 2015 in Betrieb genommen.